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Neustart mit zwei Krachern

Zwei Wochen lang hatten die Neusser Eishockeycracks Zeit, Wunden zu lecken und die Akkus aufzuladen, am kommenden Wochenende wird nun wieder um Meisterschaftspunkte gekämpft. Und die Aufgaben, die vor dem Team um Kapitän Francesco Lahmer liegen, sind aus unterschiedlichen Gründen reizvoll. Während am Freitag das überragende Team der Liga auf den NEV wartet, empfängt dieser am Sonntag einen Tabellennachbarn zu einem womöglich wegweisenden Duell.
Eisbären sind das Maß aller Dinge
Am Freitag macht sich das Team des Trainergespanns Ackermann/Tursas auf die Reise ins Westfalenland, wo zum Jahresauftakt der unangefochtene Spitzenreiter zum sportlichen Kräftemessen bittet. Die Hammer Eisbären führen mit satten 14 Punkten Vorsprung die Tabelle an und offenbaren nur selten Schwachstellen. Wer gleichzeitig die beste Defensive der Liga (61 Gegentore) und die schlagkräftigste Offensive (192 Tore) sein eigen nennt, grüßt mit gutem Grund von der Tabellenspitze. Wie schon vor zwei Jahren, als die Eisbären mit beeindruckender Souveränität Meister der Regionalliga West wurden, weist der Kader in allen Mannschaftsteilen weit überdurchschnittliche Qualität auf. Eine einzelne überragende Reihe kann man als Gegner an einem guten Tag in den Griff bekommen, da die Westfalen jedoch drei annähernd gleich starke Formationen aufbieten, stellen sie ihre Kontrahenten im Regelfall vor unlösbare Herausforderungen. Ausnahmen sind selten, so zum Beispiel vor einer Woche, als die Hammer gegen Diez-Limburg ihre erst zweite Saisonniederlage hinnehmen mussten (4:7). Einfacher wird die Aufgabe für die NEV-Cracks dadurch nicht, denn die Schützlinge von Trainer Ralf Hoja werden sich vor eigenem Publikum rehabilitieren wollen. Die bisherigen Duelle zwischen beiden Teams verliefen unterschiedlich. Während sich die Neusser im Südpark beim 2:4 sehr achtbar aus der Affäre zogen, setzte es bei den Westfalen eine deutliche 11:0-Niederlage. Das erneute Gastspiel in der Helinet-Eissportarena (20 Uhr) darf aus Sicht der Quirinusstädter gerne erfreulicher enden.

Darf’s noch etwas mehr sein?
Pro Spiel ein Punkt – mit der bisherigen Ausbeute kann man in Neuss durchaus zufrieden sein. Dass die Neusser Amateurtruppe im Konzert der Großen mitspielen kann, und sogar auf gutem Kurs Richtung Playoffs ist, sorgt rund um den Südpark für gute Stimmung. Satt sind die NEV-Cracks aber noch lange nicht, im Gegenteil. Nachdem diese den achten Tabellenplatz im Dezember festigen konnten, kann man sogar den Blick nach oben richten, freilich ohne größenwahnsinnig zu werden. Von Platz sieben trennen die Neusser derzeit immerhin acht Punkte. Träumen darf aber erlaubt sein, insbesondere, wenn man nun im direkten Duell gegen den Tabellensiebten den Rückstand verringern könnte. Es geht also um weitaus mehr als „nur“ drei Punkte, wenn am Sonntag die Dinslakener Kobras im Südpark gastieren (20 Uhr). Ähnlich wie in Neuss kann man auch in Dinslaken mit dem bisherigen Saisonverlauf sehr zufrieden sein. Nach zahlreichen Spielerabgängen hatte man in der Sommerpause große Mühe, einen konkurrenzfähigen Kader zusammenzustellen. Doch der Kraftakt gelang und das Team von Trainer Milan Vanek hat im Kampf um die Mittelfeldplätze noch alle Möglichkeiten. Die vielen jungen Spieler haben ihre Chance genutzt und sich weiterentwickelt, auch die Kanadier Andrew Harrison und Jesse Parker erwiesen sich als die erhofften Verstärkungen. So ließ sich auch die zwischenzeitliche Trennung von Topscorer Michal Plichta (jetzt Ratingen) kompensieren. Mit Verteidiger Frank Buchwald und Stürmer Lukas Möllenbeck verzeichnete das Team aus dem Ruhrgebiet in der Weihnachtspause zwei weitere Abgänge. Die Bilanz zwischen beiden Teams spricht bisher für unsere Gäste, die sowohl in Neuss (8:3) als auch in Dinslaken (4:3 nach Verlängerung) die Oberhand behielten. Am kommenden Sonntag werden die Karten jedoch neu gemischt, und die NEV-Cracks sind hochmotiviert, mit einem Erfolgserlebnis in das Kalenderjahr 2019 zu starten.

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