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NEV startet in die Relegation

Die Hauptrunde der Regionalliga West ist beendet, und anders als im Vorjahr bleibt dem Neusser EV der Traum von der Teilnahme an den Play-offs verwehrt. Mit den Lauterbacher Luchsen sicherte sich ausgerechnet der Verein das letzte Ticket, den die Quirinusstädter im Vorjahr überraschend im Viertelfinale bezwingen konnten. Dass es nicht jedes Jahr gelingt, mit einer Amateurmannschaft gegen gestandene (Halb-)Profis zu bestehen, ist freilich keine Überraschung und sorgt dafür, dass es auch in der (kurzen) zweiten Saisonhälfte spannend bleibt. An den folgenden drei Wochenenden trifft die Mannschaft um Kapitän Max Bleyer auf die besten Landesligisten, gegen die es den Klassenerhalt in der Regionalliga zu verteidigen gilt. Darüber, dass dies kein Selbstläufer wird, ist man sich mit Blick auf die Konkurrenten im Klaren, zumal nur der Sieger der Relegationsrunde den Platz in der vierthöchsten Spielklasse sicher hat. In einer Einfachrunde mit Hin- und Rückspiel trifft man auf den TuS Wiehl, den EHC Troisdorf und die Grefrather EG. Da insgesamt nur sechs Partien zu absolvieren sind, wird auch klar, dass jede einzelne Begegnung von hoher Bedeutung ist und den Ausschlag über die zukünftige Ligenzugehörigkeit geben kann. Für den NEV beginnt die Runde mit zwei Auswärtsspielen, bei denen man die Grundlage für einen erfolgreichen Saisonabschluss legen möchte.
Den Anfang macht am Freitag (20 Uhr) die Begegnung beim EHC Troisdorf. Die „Dynamite“ kämpften noch am vergangenen Wochenende um den Meistertitel in der Landesliga NRW, den sie am Ende hauchdünn verpassten. Ein Punkt in der Partie bei den Eisadlern Dortmund hätte den Schützlingen von Trainer André Koslowski gereicht, man unterlag jedoch denkbar knapp mit 4:5. Dass man zuvor sieben Siege in Folge einfahren konnte, deutet jedoch an, dass mit dem Team aus dem Rhein-Sieg-Kreis auch in der Relegation zu rechnen sein dürfte. Traditionell ist Troisdorf ein beliebtes Ziel für junge Spieler, die dem Nachwuchs der Kölner Haie entwachsen. Neben der geographischen Nähe ist auch der Trainer ein entscheidender Faktor, der lange Jahre im Nachwuchsbereich des großen Nachbarn tätig war. Die Dynamite verfügen über eine eingespielte Mannschaft und eine gute Mischung aus erfahrenen „Haudegen“ wie zum Beispiel Verteidiger Dano Janßen (37) und jungen Talenten wie dem in Belgien geborenen Kevin Stöhr (22), der als Knaben-Spieler (U14) kurzzeitig auch das Neusser Trikot trug.

Zwei Tage später (Sonntag, 19:30 Uhr) trifft man mit der Grefrather EG auf einen „alten Bekannten“. Zuletzt standen sich beide Teams in der vergangenen Spielzeit gegenüber, in der die Niers-Städter knapp den Klassenerhalt verpassten und für ein halbes Jahr in die Landesliga gingen. Als Tabellendritter klopft man aber nun wieder an die Tür zur vierthöchsten Spielklasse, und bei den Duellen mit dem NEV kommt es zu einem Aufeinandertreffen zahlreicher „bekannter Gesichter“: Während André Schroll, Lorenz Schneider und Jerome Baum 2017 noch im blau-gelben Trikot aktiv waren, trugen Sascha Schmetz, Dennis Holstein, René Dömges, Gerrit Ackers und Roby Haazen in der Vergangenheit auch schon das Neusser Dress. Der Star der Mannschaft steht freilich nicht auf dem Eis, sondern daneben: Mit Karel Lang baut man schon seit fünf Jahren auf einen Trainer und sportlichen Leiter, der in den 90er-Jahren zu den besten Torhütern Deutschlands zählte. Kaum verwunderlich, dass die Grefrather die mit Abstand wenigsten Gegentore der Landesliga NRW kassierten.

Der NEV hat sich unter der Woche intensiv auf die Duelle gegen die Landesligisten vorbereitet und dabei auch zu ungewöhnlichen Maßnahmen gegriffen. Da Boris Ackermann – wie bei Amtsantritt besprochen – in den kommenden Wochen nicht zur Verfügung steht, kommt es auf der Trainerbank zu einem ungewöhnlichen Comeback. Der langjährige NEV-Coach Andrej Fuchs musste Ende November aus beruflichen Gründen kürzer treten, blieb jedoch in Kontakt mit der Mannschaft und den Verantwortlichen, die sich sehr darüber freuen, dass der 51-Jährige für die letzten Saisonspiele an die Bande zurückkehrt. Alte Liebe rostet nicht, und mit Blick auf die gemeinsamen Erfolge der Vergangenheit hätte man sich keine bessere Lösung wünschen können, als diese. Mit Fuchs‘ Erfahrung hofft man kompensieren zu können, dass zahlreiche Spieler aktuell angeschlagen sind. So ist beispielsweise bei Sven Gotzsch, Schahab Aminikia und Pascal Rüwald der Einsatz fraglich, während Jaime Lindt am Sonntag fehlen wird. So oder so wird man aus der personellen Situation das Bestmögliche machen, um die „Mission Klassenerhalt“ erfolgreich zu beginnen.

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